Wassertrofen - Moleküle verbunden grau
Prof. George Birkmayer

Was ist NADH?

NADH im Energiestoffwechsel

NADH (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid, reduziert) ist ein natürlich vorkommendes Coenzym, das in praktisch allen lebenden Zellen vorkommt. Es spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und bei der Bildung von ATP in den Mitochondrien.

Im Stoffwechsel nimmt NADH energiereiche Elektronen auf und transportiert sie zur mitochondrialen Atmungskette. Dort werden diese Elektronen genutzt, um einen Protonengradienten aufzubauen, der die ATP-Synthese antreibt.

Entdeckt wurde NADH im frühen 20. Jahrhundert im Rahmen von Untersuchungen zur Zellatmung und Energiegewinnung. Heute ist seine Funktion als wichtiger Elektronenüberträger im Zellstoffwechsel gut beschrieben.

Mehere Moleküle, welche in der Luft schweben und verbunden sind
Eine glückliche, ältere Frau die sich streckt im Bett

Weshalb ist NADH so wichtig?

NADH übernimmt im Energiestoffwechsel eine zentrale Funktion als Elektronenüberträger. Es transportiert energiereiche Elektronen zur mitochondrialen Atmungskette, wo sie für die Bildung von ATP genutzt werden.

ATP ist der wichtigste unmittelbar verfügbare Energieträger der Zelle und wird für zahlreiche biologische Prozesse benötigt – von Muskelarbeit und aktiven Transportvorgängen bis hin zu Aufbau- und Reparaturprozessen.

NADH verbindet damit den Abbau von Nährstoffen wie Kohlenhydraten und Fetten mit der Energiegewinnung in den Mitochondrien.

Wie entsteht Energie aus NADH?

NADH spielt eine zentrale Rolle bei der Umwandlung von Nährstoffen in zelluläre Energie. Beim Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen entstehen Stoffwechselprodukte, deren Energie schrittweise auf das Coenzym NAD+ übertragen wird. Nimmt NAD+ energiereiche Elektronen auf, wird es zur reduzierten Form NADH.

NADH transportiert diese Elektronen zur Atmungskette in den Mitochondrien. Dort gibt NADH seine Elektronen am sogenannten Komplex I ab. Anschließend werden die Elektronen über mehrere Proteinkomplexe der inneren Mitochondrienmembran weitergeleitet.

Die dabei frei werdende Energie wird genutzt, um Protonen aus der mitochondrialen Matrix in den Intermembranraum zu transportieren. Dadurch entsteht ein elektrochemischer Protonengradient – vereinfacht gesagt ein Energiespeicher über der inneren Mitochondrienmembran.

Wenn die Protonen durch die ATP-Synthase zurück in die mitochondriale Matrix fließen, wird diese Energie genutzt, um aus ADP und Phosphat ATP zu bilden. ATP ist der unmittelbar verfügbare Energieträger der Zelle und wird für zahlreiche biologische Prozesse benötigt.

Am Ende der Atmungskette werden die Elektronen auf Sauerstoff übertragen. Zusammen mit Protonen entsteht dabei Wasser. NADH wird bei der Abgabe seiner Elektronen wieder zu NAD+ oxidiert und kann erneut am Stoffwechsel teilnehmen.

Darstellung des NADH-Energiestoffwechsels in den Mitochondrien mit Glykolyse, Citratzyklus, Atmungskette und ATP-Produktion

Warum das Original?

NADH kommt in unserer Nahrung vor, vor allem in rohem Fleisch oder Fisch. Allerdings geht es durch die Zubereitung von Essen (zb. Kochen, Braten oder Backen) großteils verloren. Deshalb ist eine stabile, resorbierbare und hoch bioverfügbare Form von NADH entscheidend. 

Auf dieser Pionierarbeit basiert unsere NADH-Expertise bis heute. Prof. George Birkmayer entwickelte Anfang der 1990er-Jahre eine stabilisierte Form des empfindlichen Coenzyms NADH für oral einzunehmende Produkte.

NADH VISION beispielsweise kombiniert stabilisiertes NADH mit Vitamin A und Zink; Vitamin A und Zink tragen zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.

Woraus wird unser NADH gewonnen?

Das in unseren Produkten eingesetzte NADH wird aus Bäckerhefe gewonnen und anschließend hochgereinigt. Im Endprodukt verbleiben keine relevanten Hefebestandteile.

Für unsere NADH-Formulierungen verwenden wir hochreines NADH mit einer Reinheit von 99,9 %. Entscheidend ist dabei nicht nur die Reinheit des Ausgangsstoffs, sondern auch die Stabilisierung des empfindlichen Moleküls.

Heller Rohstoff in Stückchen gebrochen

NADH Forschung

Prof. George Birkmayer beschäftigte sich über Jahrzehnte mit NADH und seiner Rolle im menschlichen Energiestoffwechsel. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf der Entwicklung stabilisierter NADH-Formulierungen und der wissenschaftlichen Untersuchung ihrer Anwendung.

Seine Arbeiten trugen dazu bei, NADH außerhalb des Labors in stabiler Form verfügbar zu machen und das Interesse an NADH als Bestandteil des zellulären Energiestoffwechsels zu fördern.

Heute wird NADH weiterhin in unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten untersucht – von mitochondrialem Energiestoffwechsel und Redoxbiologie bis zu seiner Rolle als Elektronenträger im NAD+/NADH-System.

FAQs

NADH transportiert energiereiche Elektronen zur mitochondrialen Atmungskette. Der dort ablaufende Elektronentransfer trägt zum Aufbau eines Protonengradienten über der inneren Mitochondrienmembran bei. Dieser Gradient liefert die Energie für die ATP-Synthase, die aus ADP und Phosphat ATP bildet. ATP ist der unmittelbar verfügbare Energieträger der Zelle.

Nein. Vitamin B3 umfasst unter anderem Nicotinamid und Nicotinsäure. Diese können vom Körper als Ausgangsstoffe für die Bildung von NAD+ genutzt werden. NADH ist dagegen die reduzierte Form des Coenzyms NAD und übernimmt als Elektronenträger eine andere Funktion im Energiestoffwechsel.

Nein. NMN ist ein Vorläufer, der im Körper zu NAD+ umgewandelt wird. NADH ist dagegen die reduzierte Form des NAD-Redoxpaares und fungiert unter anderem als Elektronendonor an Komplex I der mitochondrialen Atmungskette.¹˒²

Das hängt vom Ziel ab. NADH ist die reduzierte, direkt am Energiestoffwechsel beteiligte Form des NAD-Systems. NAD+, NMN und NR erfüllen andere Rollen im NAD-Stoffwechsel. Eine differenzierte Einordnung findet sich im Artikel [NAD+, NADH, NMN und NR].

NADH und NAD+ sind zwei Formen des Coenzyms Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NAD). NADH ist die reduzierte, elektronenreiche Form, NAD+ die oxidierte Form.

Bei der zellulären Energiegewinnung gibt NADH seine Elektronen an die mitochondriale Elektronentransportkette ab und wird dabei zu NAD+ oxidiert. Der Elektronentransfer trägt zum Aufbau des Protonengradienten bei, der die ATP-Synthese antreibt. NAD+ kann anschließend im Zellstoffwechsel wieder Elektronen aufnehmen und erneut zu NADH reduziert werden.

NADH und NAD+ bilden damit ein Redoxpaar und erfüllen im Energiestoffwechsel unterschiedliche Funktionen. NADH ist die Form, die energiereiche Elektronen an die mitochondriale Atmungskette weitergibt.