12. Mai – Internationaler CFS-Tag: Zeit für Aufklärung, Empathie und neue Perspektiven

Am 12. Mai findet jedes Jahr der Internationale CFS-Tag statt – ein wichtiger Anlass, um das Bewusstsein für das Chronische Fatigue-Syndrom (CFS) auch bekannt als ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome) zu schärfen. Trotz seiner erheblichen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen ist CFS noch immer eine vielfach unterschätzte und oft missverstandene Erkrankung. Der Aktionstag steht daher im Zeichen der Aufklärung, Solidarität und wissenschaftlichen Auseinandersetzung.

Was ist ME/CFS?

ME/CFS ist eine komplexe, neurologische Multisystemerkrankung, die sowohl das Nervensystem, das Immunsystem als auch den Energiestoffwechsel betrifft. Gekennzeichnet ist sie durch eine tiefgreifende, langanhaltende Erschöpfung, auch Fatigue genannt.

Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 17 Millionen Menschen1 betroffen, darunter auch Kinder und Jugendliche. Die Erkrankung führt bei vielen Betroffenen zu erheblichen Einschränkungen in körperlicher, beruflicher und sozialer Hinsicht.

Symptome

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Fatigue – eine anhaltende, krankhafte Erschöpfung und das Leitsymptom von CFS/ME
  • Post-Exertional Malaise (PEM) – eine starke Verschlechterung des Zustands nach geringer Anstrengung
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme („Brain Fog“)
  • Schlafstörungen trotz starker Müdigkeit
  • Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome
  • Kreislaufprobleme, Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit

Fatigue – mehr als nur müde

Fatigue ist ein Begriff, der oft mit Müdigkeit übersetzt wird– doch das greift viel zu kurz da sich Fatigue grundlegend von normaler Müdigkeit unterscheidet. In medizinischen Zusammenhängen beschreibt Fatigue einen Zustand von tiefer, lähmender Erschöpfung, der nicht durch Schlaf, Ruhe oder Erholung verbessert werden kann.

Bei CFS ist Fatigue nicht nur ein Symptom, sondern das zentrale Merkmal. Im Unterschied zur „normalen“ Müdigkeit ist sie körperlich, mental und emotional tiefgreifend langanhaltend. Außerdem steht sie in keinem Verhältnis zu einer vorherigen Belastung und kann schubweise oder permanent auftreten.

Betroffene beschreiben Fatigue oft als ein Gefühl, als würde der Körper „abgeschaltet“, begleitet von Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen und innerer Leere. Selbst einfache Tätigkeiten wie Zähneputzen, Treppensteigen oder ein kurzes Gespräch können überfordern. Viele erleben zusätzlich eine geistige Erschöpfung, auch als „Brain Fog“ bekannt, die Denken, Erinnern und Sprache beeinträchtigt.

Fatigue tritt nicht nur bei ME/CFS auf, sondern auch bei anderen chronischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Krebs, rheumatischen Erkrankungen oder Long COVID. Trotzdem bleibt sie oft unerkannt, weil sie sich nicht objektiv messen lässt – und weil sie äußerlich nicht sichtbar ist.

Post-Exertional Malaise (PEM)

Neben Fatigue ist ist die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM) ein besonders prägendes Merkmal von ME/CFS. Die PEM ist dadurch gekennzeichnet, dass es schon nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung zu einer dramatische Verschlechterung des Zustands kommt. Diese „Crashs“ können Tage oder Wochen andauern und treten oft verzögert auf, was die Erkrankung schwer planbar und belastend macht.


Forschung und neue Wege

Die Forschung zu ME/CFS steckt noch in den Anfängen – lange Zeit wurde die Krankheit unterschätzt oder falsch eingeordnet. Die Ursachen von ME/CFS sind noch immer nicht vollständig verstanden. Erst in den letzten Jahren rücken die biologischen Ursachen stärker in den Fokus, auch durch die Zunahme von Long COVID-Fällen mit ähnlicher Symptomatik.

Aktuelle Studien untersuchen unter anderem Störungen im Energiestoffwechsel, Fehlregulationen des Immunsystems und Beeinträchtigungen des Nervensystems. Ziel ist es, verlässliche Biomarker zu finden und langfristig gezielte Therapien zu entwickeln.

Trotz vieler offener Fragen wächst die internationale Forschungsaktivität – und mit ihr die Hoffnung auf medizinischen Fortschritt und bessere Versorgung für Betroffene.

Ein Tag der Solidarität – und ein Appell

Trotz der Schwere der Erkrankung bleibt ME/CFS oft unerkannt oder wird fehldiagnostiziert – mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen. Viele erleben nicht nur körperliches Leid, sondern auch soziale Isolation, bürokratische Hürden und mangelnde medizinische Unterstützung. Der Internationale CFS-Tag setzt daher ein Zeichen:

  • Für mehr Wissen über Symptome und Krankheitsverlauf
  • Für Empathie gegenüber Erkrankten
  • Für Forschung, die nach den biologischen Ursachen sucht
  • Für gesellschaftliche Anerkennung einer ernstzunehmenden Erkrankung

CFS ist real, komplex und lebensverändernd. Der Aktionstag erinnert uns daran, dass Aufklärung Leben verbessern kann – durch mehr Verständnis, bessere medizinische Versorgung und gezielte Forschung. Lassen wir Betroffene nicht allein – weder mit ihrer Krankheit noch mit dem Kampf um Anerkennung.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Deutsche Gesellschaft für ME/CFS
    Informationsplattform mit wissenschaftlich fundierten Inhalten zu Symptomen, Diagnose, Studienlage und gesellschaftlicher Situation.
    https://www.mecfs.de
  2. Österreichische Gesellschaft für ME/CFS (ÖG ME/CFS)
    Fachgesellschaft für Österreich mit aktuellen Zahlen, ärztlichen Empfehlungen und politischer Aufklärungsarbeit.
    https://www.oegmecfs.at
  3. National Academy of Medicine (USA)
    Wegweisender Bericht: Beyond Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Redefining an Illness (2015)
    https://nap.nationalacademies.org/catalog/19012/
  4. Centers for Disease Control and Prevention (CDC, USA)
    Medizinische Definitionen, Forschungsansätze und Patient:inneninformationen zu ME/CFS.
    https://www.cdc.gov/me-cfs/
  5. Weltgesundheitsorganisation (WHO)
    ME/CFS ist seit 1969 als neurologische Erkrankung unter ICD-10 G93.3 klassifiziert.
    https://icd.who.int/browse10/2019/en#/G93.3
  6. Charité Fatigue Centrum, Berlin
    Universitäre Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt auf Fatigue und ME/CFS.
    https://cfc.charite.de
  7. Euromene (European ME/CFS Research Network)
    Europäisches Forschungsnetzwerk zur epidemiologischen Erhebung und Koordination von Studien zu ME/CFS.
    https://www.euromene.eu

 

 


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FAQs

Als „Abnehmspritze“ werden verschiedene
verschreibungspflichtige Medikamente bezeichnet, die unter bestimmten
medizinischen Voraussetzungen zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas
eingesetzt werden. Zu den bekannten Wirkstoffen gehören Semaglutid und Tirzepatid.
Sie beeinflussen unter anderem Hunger und Sättigungsgefühl und können dadurch
die Energieaufnahme reduzieren.

GLP-1 steht für Glucagon-like Peptide-1 und ist ein
körpereigenes Hormon. Es spielt unter anderem eine Rolle bei der Regulation von
Appetit, Sättigung und Glukosestoffwechsel. GLP-1-basierte Medikamente ahmen
die Wirkung dieses Hormons nach und aktivieren gezielt den GLP-1-Rezeptor.

Der Begriff GLP-1-Nahrungsergänzungsmittel ist nicht
medizinisch definiert. Gemeint sind meist Produkte, die als „GLP-1 Support“
oder „GLP-1 Booster“ vermarktet werden und beispielsweise Ballaststoffe,
Protein, Präbiotika oder Pflanzenstoffe wie Berberin enthalten können.

Entscheidend ist dabei der jeweilige Inhaltsstoff und seine
wissenschaftlich untersuchte Wirkung – nicht allein die Bezeichnung des
Produkts.

Nahrungsergänzungsmittel und GLP-1-Medikamente verfolgen
unterschiedliche Wirkansätze. Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid
greifen gezielt in bestimmte hormonelle Signalwege ein. Bestimmte Nährstoffe
und Pflanzenstoffe können dagegen andere physiologische Prozesse unterstützen,
beispielsweise Sättigung, Verdauung oder Stoffwechsel.

Sie sind daher nicht mit der pharmakologischen Wirkung
von GLP-1-Medikamenten gleichzusetzen
.

Besonders interessant sind Inhaltsstoffe, die mit Sättigung,
Verdauung oder der Darmmikrobiota in Verbindung stehen. Dazu gehören
beispielsweise lösliche und fermentierbare Ballaststoffe, Präbiotika und
bestimmte Pflanzenstoffe
.

Ballaststoffe können unter anderem die Verdauung
beeinflussen und über die Fermentation im Darm zur Bildung kurzkettiger
Fettsäuren beitragen. Diese können wiederum Signalwege beeinflussen, die mit
der Ausschüttung von Darmhormonen wie GLP-1 zusammenhängen.

Die Wirkung hängt jedoch stark vom jeweiligen Inhaltsstoff,
der Dosierung und der individuellen Situation ab.

Ballaststoffe können zu einer ausgewogenen Ernährung
beitragen und unter anderem Sättigung und Verdauung unterstützen.
Besonders lösliche und fermentierbare Ballaststoffe sind in diesem Zusammenhang
interessant.

Gute natürliche Quellen sind beispielsweise Gemüse,
Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst, Nüsse und Samen. Auch bestimmte
Ballaststoffe wie Psyllium oder Inulin werden als Nahrungsergänzung eingesetzt.

Protein liefert wichtige Aminosäuren für den Erhalt und
Aufbau von Muskelgewebe. Gerade bei einer deutlichen Gewichtsreduktion ist
deshalb eine ausreichende Proteinversorgung relevant.

In Kombination mit regelmäßigem Krafttraining kann
eine proteinreiche Ernährung dazu beitragen, die fettfreie Masse während einer
Gewichtsabnahme möglichst gut zu erhalten.

Grundsätzlich gibt es keine allgemeine Liste von
Lebensmitteln, die während einer GLP-1-Therapie grundsätzlich verboten sind.
Allerdings können sich Appetit, Sättigungsgefühl und teilweise auch die
Verträglichkeit bestimmter Lebensmittel verändern.

Wenn insgesamt weniger gegessen wird, gewinnt die Nährstoffqualität
der Ernährung
an Bedeutung. Proteinreiche Lebensmittel, Gemüse, Obst,
Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und andere nährstoffreiche Lebensmittel können
dabei eine wichtige Grundlage bilden.

Studien zeigen, dass nach dem Absetzen von GLP-1-basierten
Medikamenten eine erneute Gewichtszunahme auftreten kann. In der Verlängerung
der STEP-1-Studie nahmen die Teilnehmenden innerhalb eines Jahres nach dem
Absetzen von Semaglutid im Durchschnitt einen erheblichen Teil des zuvor
verlorenen Gewichts wieder zu.

Das unterstreicht die Bedeutung langfristig tragfähiger
Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten auch während einer medikamentösen
Therapie.

Eine GLP-1-Therapie macht keine bestimmte Ernährungsform
zwingend erforderlich. Da sich Hunger und Sättigungsgefühl verändern und
teilweise weniger gegessen wird, kann es jedoch sinnvoll sein, den Fokus
besonders auf Nährstoffdichte, Protein, Ballaststoffe und eine
abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl
zu legen.

Auch regelmäßige Bewegung, insbesondere Krafttraining, kann
eine sinnvolle Ergänzung sein.

Nein. GLP-1-Nahrungsergänzungsmittel und
GLP-1-Medikamente sind grundsätzlich voneinander zu unterscheiden.

Medikamente wie Semaglutid und Tirzepatid wurden gezielt
entwickelt, um bestimmte hormonelle Signalwege zu aktivieren, und sind in
klinischen Studien als Arzneimittel untersucht worden. Nahrungsergänzungsmittel
enthalten dagegen Nährstoffe oder andere bioaktive Substanzen, die natürliche
physiologische Prozesse unterstützen können.

Die Bezeichnung „GLP-1“ auf einem Nahrungsergänzungsmittel
bedeutet daher nicht, dass das Produkt dieselbe Wirkung wie ein
GLP-1-Medikament hat.